

Männchen von Hyla arborea.
Rechts beim Äußern des Paarungsrufes, (Fotos: Armin H.)
Adulte: Größe der Männchen und Weibchen 30 bis 45 mm. Oberseite meist blattgrün. Grüne Oberseite und weißliche Unterseite sind getrennt durch eine schwarze, gegen das Grün gesäumte Linie, die an den Hüften eine Schleife bildet. Kopf gerundet, Schnauze stark abfallend. Pupille waagerecht elliptisch. Trommelfell deutlich erkennbar. Enden der Finger und Zehen zu kleinen Haftscheiben erweitert. Einziger einheimischer Vertreter einer weit verbreiteten tropischen Familie. Mit Einbruch der Dämmerung und nachts sind die lauten, hart klingenden Rufserien zu hören.


Larven: Der obere Flossensaum reicht bis zwischen die Augen. Das Schwanzende ist lang und spitz auslaufend. Der Körper zeichnet sich durch eine gold-grünliche
Färbung aus. Von oben betrachtet wirkt die Kopfspitze sehr rund, die Augen sitzen seitlich ganz am Rand und ragen teilweise sogar über den Rand hinaus (dieses Merkmal findet man nur bei den Laubfroschquappen!)
Die Gesamtlänge reicht bis zu 50 mm. Kopien von den Kaulquappen der einheimischen Froschlurche können bei Markus Braun unter der Tel. Nr. 0676 / 93 99 111 bezogen werden.

http://www.kaulquappe.de/quappe01.htm

http://www.kaulquappe.de/laich.htm
Der Laubfrosch besiedelt reichstrukturierte Landschaften mit hohem Grundwasserstand
im Hügel- und Flachland. Weiher, Teiche und Altwässer sind wichtige Laichgewässer.
Entscheidend ist eine intensive Besonnung der Gewässer sowie krautreiche
Flachwasserzonen.
Vor allem die Männchen halten sich im Frühjahr und Frühsommer
an den Gewässern auf und bevorzugen vertikal gut strukturierte Uferbereiche als
Tagesruheplätze. Die Landlebensräume befinden sich beim Laubfrosch in der
Regel in der Nähe der Laichgewässer, mehrere Kilometer entfernte Landlebensräume
sind die Ausnahme.


Ökologie des Laubfrosches
Wie bereits erwähnt halten sich Laubfrösche in den
Sommermonaten bevorzugt im Blätterwerk (daher der Name "Laubfrosch") von
Sträuchern, Büschen und Bäumen auf. Günstige Eigenschaften von
Landlebensräumen sind nach BARANDUN (1996) ein reichliches
Insektenangebot, windgeschützte und sennenexponierte Sitzwarten, dichte
Blattvegetation und vielfältige Bodenverstecke zum Schutz, sowie die
ununterbrochene Möglichkeit der Feuchtigkeitsaufnahme (feuchter Boden,
hohe Luftfeuchtigkeit,...). Pestizide und Winterfrost am Boden machen ein
Landhabitat ungeeignet.
Während der Laichzeit findet man Laubfrösche an
Kleingewässern. Dort locken von April bis Juni die Männchen mit ihren
meckernden Rufen die Weibchen an, welche das Gewässer nur in einer
einzigen Nacht zur Eiablage besuchen. Wesentlich ist, dass nicht alle
Rufgewässer auch als Paarungs- und Laichgewässer geeignet sind. Dieser
Umstand sollte bei der Kartierung unbedingt beachtet werden. Um ein
Rufgewässer als geeignetes Fortpflanzungsgewässer ausweisen zu können,
bedarf es dem Nachweis eines Laichballens oder von Kaulquappen.
Grundsätzlich stellt der Laubfrosch hohe Anforderungen an die Qualität der
Laichgewässer. Nach BARANDUN (1996) muss das Gewässer 3 Monate eine
ununterbrochene Wasserführung zwischen Mai und August aufweisen. Die
Dichte von räuberischen Wassertieren (Fische als auch Insekten) muss sehr
gering sein, was v.a. durch ein jährliches Austrocknen im Herbst und
Winter gewährleistet ist. Weiters erweist sich eine direkte
Sonnenbestrahlung und die einhergehende rasche Erwärmung des Gewässers
sowie eine ausreichende Deckung und Nahrung für Kaulquappen und
Jungfröschen als förderlich.
Nach der Laichabgabe (bis zu 1000 Eier pro Jahr und
Weibchen) im Mai entwickeln sich in einer Zeit zwischen 65 und 80 Tagen
die kleinen Laubfrösche. Nach der Metamorphose verlassen die Jungtiere
zwischen Juni und August ihre Heimatgewässer um in geeigneten
Landhabitaten Deckung und Nahrung zu suchen (GEIGER et al., 2000).
Laubfrösche sind sehr wanderfreudige Tiere. Zwischen
ihren Teiljahreslebensräumen liegen oft mehrere hundert Meter. Vor allem
Jungtiere wandern erheblich Distanzen, um neue Laichgewässer zu besiedeln.
Deshalb erscheint für eine großräumige Laubfroschpopulation die
Vernetzung von kleinen Vorkommen durch Gräben, Tümpel, Hecken etc. von großer Bedeutung.
Der Laubfroschbestand eines Gebietes ist relativ großen jährlichen Schwankungen unterworfen. So dürften in sehr trockenen Jahren ein Teil der Population eines Gebietes auf Ruf- und Fortpflanzungsaktivitäten verzichten, während nach wenigen feuchten Jahren die Zahl der Laubfrösche eines Gebietes sehr stark zunehmen kann. Für die Kartierungsarbeit ersuche ich deshalb alle MitarbeiterInnen die im Frühsommer 2002 kartierten Habitate auch im Jahr 2003 noch einmal zu kontrollieren und noch einen zweiten Erhebungsbogen auszufüllen.