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Laubfrosch - Hyla arborea (LINNEAEUS, 1758)

Merkmale


Männchen von Hyla arborea. Rechts beim Äußern des Paarungsrufes, (Fotos: Armin H.)

 

Adulte: Größe der Männchen und Weibchen 30 bis 45 mm. Oberseite meist blattgrün. Grüne Oberseite und weißliche Unterseite sind getrennt durch eine schwarze, gegen das Grün gesäumte Linie, die an den Hüften eine Schleife bildet. Kopf gerundet, Schnauze stark abfallend. Pupille waagerecht elliptisch. Trommelfell deutlich erkennbar. Enden der Finger und Zehen zu kleinen Haftscheiben erweitert. Einziger einheimischer Vertreter einer weit verbreiteten tropischen Familie. Mit Einbruch der Dämmerung und nachts sind die lauten, hart klingenden Rufserien zu hören.




Ruf:




Larven: Der obere Flossensaum reicht bis zwischen die Augen. Das Schwanzende ist lang und spitz auslaufend. Der Körper zeichnet sich durch eine gold-grünliche Färbung aus. Von oben betrachtet wirkt die Kopfspitze sehr rund, die Augen sitzen seitlich ganz am Rand und ragen teilweise sogar über den Rand hinaus (dieses Merkmal findet man nur bei den Laubfroschquappen!) Die Gesamtlänge reicht bis zu 50 mm. Kopien von den Kaulquappen der einheimischen Froschlurche können bei Markus Braun unter der Tel. Nr. 0676 / 93 99 111 bezogen werden.




http://www.kaulquappe.de/quappe01.htm



Laich: Eier in walnußgroßen, kompakteren Klümpchen an Wasserpflanzen. Die Eizahl je Klümpchen beträgt 10 - 50 (100). Ei zweifarbig, oberseits braun bis helbraun, unterseits gelblichweiß gefärbt, dadurch gut vom Unkenlaich zu unterscheiden. Eidurchmesser 1,5 - 2 mm. Embryonen hellgelblich gefärbt.





http://www.kaulquappe.de/laich.htm



Lebensraum und Verbreitung

Der Laubfrosch besiedelt reichstrukturierte Landschaften mit hohem Grundwasserstand im Hügel- und Flachland. Weiher, Teiche und Altwässer sind wichtige Laichgewässer. Entscheidend ist eine intensive Besonnung der Gewässer sowie krautreiche Flachwasserzonen.

Vor allem die Männchen halten sich im Frühjahr und Frühsommer an den Gewässern auf und bevorzugen vertikal gut strukturierte Uferbereiche als Tagesruheplätze. Die Landlebensräume befinden sich beim Laubfrosch in der Regel in der Nähe der Laichgewässer, mehrere Kilometer entfernte Landlebensräume sind die Ausnahme.








Ökologie des Laubfrosches

Wie bereits erwähnt halten sich Laubfrösche in den Sommermonaten bevorzugt im Blätterwerk (daher der Name "Laubfrosch") von Sträuchern, Büschen und Bäumen auf. Günstige Eigenschaften von Landlebensräumen sind nach BARANDUN (1996) ein reichliches Insektenangebot, windgeschützte und sennenexponierte Sitzwarten, dichte Blattvegetation und vielfältige Bodenverstecke zum Schutz, sowie die ununterbrochene Möglichkeit der Feuchtigkeitsaufnahme (feuchter Boden, hohe Luftfeuchtigkeit,...). Pestizide und Winterfrost am Boden machen ein Landhabitat ungeeignet.

Während der Laichzeit findet man Laubfrösche an Kleingewässern. Dort locken von April bis Juni die Männchen mit ihren meckernden Rufen die Weibchen an, welche das Gewässer nur in einer einzigen Nacht zur Eiablage besuchen. Wesentlich ist, dass nicht alle Rufgewässer auch als Paarungs- und Laichgewässer geeignet sind. Dieser Umstand sollte bei der Kartierung unbedingt beachtet werden. Um ein Rufgewässer als geeignetes Fortpflanzungsgewässer ausweisen zu können, bedarf es dem Nachweis eines Laichballens oder von Kaulquappen. Grundsätzlich stellt der Laubfrosch hohe Anforderungen an die Qualität der Laichgewässer. Nach BARANDUN (1996) muss das Gewässer 3 Monate eine ununterbrochene Wasserführung zwischen Mai und August aufweisen. Die Dichte von räuberischen Wassertieren (Fische als auch Insekten) muss sehr gering sein, was v.a. durch ein jährliches Austrocknen im Herbst und Winter gewährleistet ist. Weiters erweist sich eine direkte Sonnenbestrahlung und die einhergehende rasche Erwärmung des Gewässers sowie eine ausreichende Deckung und Nahrung für Kaulquappen und Jungfröschen als förderlich.

Nach der Laichabgabe (bis zu 1000 Eier pro Jahr und Weibchen) im Mai entwickeln sich in einer Zeit zwischen 65 und 80 Tagen die kleinen Laubfrösche. Nach der Metamorphose verlassen die Jungtiere zwischen Juni und August ihre Heimatgewässer um in geeigneten Landhabitaten Deckung und Nahrung zu suchen (GEIGER et al., 2000).

Laubfrösche sind sehr wanderfreudige Tiere. Zwischen ihren Teiljahreslebensräumen liegen oft mehrere hundert Meter. Vor allem Jungtiere wandern erheblich Distanzen, um neue Laichgewässer zu besiedeln. Deshalb erscheint für eine großräumige Laubfroschpopulation die Vernetzung von kleinen Vorkommen durch Gräben, Tümpel, Hecken etc. von großer Bedeutung.

Der Laubfroschbestand eines Gebietes ist relativ großen jährlichen Schwankungen unterworfen. So dürften in sehr trockenen Jahren ein Teil der Population eines Gebietes auf Ruf- und Fortpflanzungsaktivitäten verzichten, während nach wenigen feuchten Jahren die Zahl der Laubfrösche eines Gebietes sehr stark zunehmen kann. Für die Kartierungsarbeit ersuche ich deshalb alle MitarbeiterInnen die im Frühsommer 2002 kartierten Habitate auch im Jahr 2003 noch einmal zu kontrollieren und noch einen zweiten Erhebungsbogen auszufüllen.

 



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